2 Monate durch Andalusien im Wohnmobil mit Baby im Winter unterwegs. Hier findest du Tipps & Highlights für deinen unvergesslichen Roadtrip.
Auf unserer Reise durch Europa machten wir knapp 2 Monate mit unserer Kleinen (damals 7 Monate) Andalusien unsicher. Tatsächlich war Andalusien ein super Einstieg in unser einjähriges Abenteuer, da es einfach perfekt war, um sich an das Leben im Wohnmobil zu gewöhnen.

Andalusien, im Süden Spaniens gelegen, ist eine äußerst facettenreiche Region, die ganz viel Abwechslung bietet – von historischen Städten, bis hin zu atemberaubenden Landschaften. Wir waren im Winter dort: die Temperaturen tagsüber waren halbwegs angenehm, nachts ist es aber teilweise empfindlich kalt geworden – vor allem im Landesinneren, wo wir uns auch vorwiegend bewegt haben. Warum? Weil wir die Landschaft hier schöner fanden, als direkt an der Küste. Die ist abschnittsweise nämlich mit zahlreichen, wirklich unästhetischen Gewächshäusern voll. In diesem Blogbeitrag findest du eine Zusammenfassung der, für uns, beeindruckendsten Orte Andalusiens.
- Tabernas Wüste: Ein Hauch von Wildem Westen in Andalusien
- Sierra Nevada mit ihren Bergdörfern
- Cazorla, Úbeda & Baeza: Olivenregion & Architektur
- Granada: Die Alhambra und mehr
- El Torcal: einzigartiges Naturschutzgebiet
- Malaga: Kultur und Strände
- Ronda: Die Stadt der Schluchten und Brücken
- Júzcar: Besuch im Schlumpfendorf
- Marbella: Entspannung an der Costa del Sol
- Westküste mit Tarifa, Bolonia, Cádiz
- Sevilla: Die Perle Andalusiens
- Fazit: Andalusien mit Baby & Wohnmobil
- Camper-Insights Andalusien
Tabernas Wüste: Ein Hauch von Wildem Westen in Andalusien
Unser erster „richtiger“ Stopp in Andalusien war die Tabernas Wüste. Im Spanischen die „Desierto de Tabernas“ – immer noch ein Geheimtipp – gilt als die einzige Halbwüste Europas und bietet eine äußerst bizzare und zugleich faszinierende Landschaft. Wegen dieser einzigartigen Kulisse, wurden hier wurden schon unzählige Westernfilme gedreht (z.B. „Spiel mir das Lieb vom Tod“ oder auch diverse Bud Spencer und Terence Hill Filme). Für Wanderlustige gibt es einige kurze, sowie auch längere Wanderungen – wo man zum Teil keine Menschenseele antrifft. Im Sommer ist es hier extrem heiß und trocken (der trockenste Ort Europas), im Winter ist es hingegen sehr angenehm.

Sierra Nevada mit ihren Bergdörfern
In Andalusien liegt auch die Sierra Nevada, mit ihren über 3.000 m hohen, schneebedeckten Gipfeln. Die Sierra Nevada ist ein Paradies für Wanderer und auch Mountainbiker. Wir hatten Glück, im Dezember 2022 lag noch kein Schnee und die Temperaturen waren noch angenehm. Die Dörfer in der Gebirgsregion Alpujarras: Pampaneira, Bubion & Capileira sind nette kleine weiße Dörfer und ideale Ausgangspunkte für Wanderungen, auch kurze, die mit einem Baby machbar sind. In der Sierra Nevada kann man sich teilweise noch komplett abseits vom Massentourismus bewegen. Silvester haben wir am Pass Puerto De La Ragua verbracht und sind auf den Pico Chullo (2.520m) gewandert.

Cazorla, Úbeda & Baeza: Olivenregion & Architektur
Cazorla liegt am Rande des Naturparks der Sierras von Cazorla, Segura und Las Villas, dem größten geschützten Naturraum Spaniens – einem Labyrinth von Tälern, Senken, Bergen und Hochebenen. Im Naturpark gibt es einige wunderschöne Wanderwege. Wir haben mit unserer Kleinen eine der bekanntesten Wanderungen gemacht: die Wanderung entlang am Rio Borosa. Der Höhepunkt der Wanderung ist die enge Schlucht, die man nach einigen Kilometern durchquert.
Gleichzeitig bieten die nahegelegenen Städte Úbeda & Baeza mit ihrer gut erhaltenen Renaissance-Architektur einen faszinierenden Einblick in die Geschichte Spaniens. Wir hatten das Glück zum Dreikönigsfest (6.1.) in Baeza zu sein, und konnten den Dreikönigsumzug durch die Stadt erleben.

Granada: Die Alhambra und mehr
Granada ist berühmt für die Alhambra, Weltkulturerbe im maurischen Stil. Seit 1984 gehört die Alhambra zum UNESCO Weltkulturerbe und ist das meistbesuchte Monument in Spanien. Ein Besuch in dieser beeindruckenden Palastanlage ist ein unvergessliches Erlebnis – da man unweigerlich in einen Bann gezogen wird und in eine Welt, wie in 1001 Nacht eintaucht. Irgendwie hatten wir an diesem Tag Glück, es waren verhältnismäßig wenig Leute dort und unsere Kleine hatte Besichtigung extrem gut mitgemacht. Ein weiterer Vorteil eines Besuchs im Winter war, dass wir keine Tickets im Voraus reservieren mussten. Granada selbst hat eine lebendige Atmosphäre, mit engen Gassen und reichlichen Tapas-Bars.


El Torcal: einzigartiges Naturschutzgebiet
Eines unserer absoluten Highlights war der Besuch im Naturschutzgebiet „El Torcal“, ein absolut beeindruckendes und einzigartiges Landschaftsbild, unweit der Stadt Antequera. El Torcal besteht aus einem Wechselspiel zerklüfteter Felsen und Felstürme, sowie imposanter Schluchten. Im Naturpark findet man einige Wanderrouten von 1,5km, 2,5km und mehr. Die naheliegende Stadt Antequera ist ebenfalls einen Besuch wert.

Malaga: Kultur und Strände
Malaga, die Geburtsstadt von Pablo Picasso, hat uns im Jänner mit angenehmen Temperaturen begrüßt. Das Picasso-Museum ist ein wichtiges Highlight aber die Stadt bietet noch viel mehr. Wir sind durch die historische Altstadt, mit ihren engen Gassen, geschlendert und an den Stränden entlang spaziert. Zum Baden war es aber zu kalt. Unsere Höhepunkte waren vor allem leckere Churros (zum Beispiel im Café Casa Aranda) und viele viele Tapas. In den nahegelegenen Montes de Málaga kommen Wanderer und vor allem Mountainbiker auf ihre Kosten.


Ronda: Die Stadt der Schluchten und Brücken
Ronda ist bekannt für seine atemberaubenden Schluchten und beeindruckenden Brücken. Die Puente Nuevo, die wohl bekannteste Brücke, bietet einen imposanten Blick auf die Schlucht El Tajo, die sich tief unter der Stadt erstreckt. Ronda ist auch für ihre gut erhaltenen maurischen und römischen Einflüsse bekannt und bietet eine reiche Geschichte zum Erkunden. Rund um das Areal der Brücke Puente Nuevo kann man gut spazieren gehen und die Umgebung erkunden.

Júzcar: Besuch im Schlumpfendorf
Ein Abstecher ins kleine Dorf Júzcar mit seinen 240 Einwohnern war ein Muss für uns. Es war ein amüsanter Ausflug, denn hier wurde im Jahr 2011 der Film „Die Schlümpfe“ gedreht. Dafür wurde kurzerhand das gesamte Dorf mit 9.000 Litern blauer Farbe angemalt. Neben blauen Häusern, findet man Gargamel, Papa Schlumpf und einige andere Figuren in Übergröße. Der Ort ist eingebettet in die Berge und die Umgebung hat landschaftlich einiges zu bieten.


Marbella: Entspannung an der Costa del Sol
Einen längeren Stopp legten wir in der Nähe von Marbella an der Costa del Sol ein. Die Stadt bietet exklusive Resorts, feine Küche und traumhafte Strände – alles nichts für uns (außer dem Strand). Mit dem Camper konnten wir einige Tage am Strand stehen und hatten sogar mehrere sonnige, warme Tage. Das warme Wetter im Jänner erlaubte sogar einige kurze Badeepisoden.

Westküste mit Tarifa, Bolonia, Cádiz
Nach einem kurzen Zwischenstopp in Gibraltar, haben wir unsere Andalusienreise an der Atlantikküste fortgesetzt. Hier ist es zwar bedeutend windiger, jedoch fanden wir die Küste weitaus schöner, grüner, einsamer und naturreicher, als die Mittelmeerküste.
Tarifa ist der südlichste Punkt des europäischen Festlandes. Dort treffen Mittelmeer und Atlantik aufeinander. Bekannt für seine endlosen Sandstrände und konstanten Winde, ist Tarifa ein Paradies für Windsurfer. Anfang Februar war es uns teilweise zu windig, daher haben wir hier nur einen kurzen Halt gemacht.
Nur einen Steinwurf von Tarifa entfernt, liegt Bolonia – ein kleines verschlafenes Dorf, das für seine große Sanddüne bekannt ist. Man kann einen kurzen, aber knackigen Spaziergang auf die Düne machen. Oben wird man mit einem grandiosen Ausblick belohnt.
Ein kleines, aber wirklich lohnenswertes Highlight ist der Nationalpark La Breña. Steilküste, Pinienwälder und zahlreiche Vögel erwarten dich hier. Der Park ist mit zahlreichen Wanderwegen durchzogen und im Winter haben wir relativ wenig Menschen angetroffen.
Weiter ging es nach Cádiz, eine der ältesten Städte Europas. Wir waren an einem Sonntag dort und es war extrem viel los. Irgendwie hatten wir nicht daran gedacht, wer denkt beim Reisen schon an Wochentage? Nach einigen Runden durch die engen Gassen, haben wir einen Parkplatz ergattert und haben einen netten Stadtspaziergang durch die Stadt gemacht, sowie leckere Tapas genossen.

Sevilla: Die Perle Andalusiens
Wir waren begeistert von Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens und eine der schönsten Städte Spaniens. Sevilla, mit seinen 700.000 Einwohnern, beherbergt einige herausragende Sehenswürdigkeiten mit Weltkulturerbe-Titel. So findest du in Sevilla eine tolle Kathedrale mit der Giralda, den prächtigen Plaza de España mit seinem Park, viele Museen, Paläste und Gärten. Die Innenstadt lässt sich sehr gut zu Fuß mit Baby und Kinderwagen erkunden.

Fazit: Andalusien mit Baby & Wohnmobil
Andalusien ist zweifelsohne eine Region von großer Vielfalt und Schönheit, die für Reisende unzählige Möglichkeiten bietet. Egal, ob man Architektur, Naturschönheiten oder Abenteuer sucht, Andalusien hat für jeden etwas zu bieten. Für Wohnmobilisten bietet Andalusien eine fast perfekte Infrastruktur mit schönen Stellplätzen und guten Möglichkeiten der Ver- und Entsorgung. Als Familie hatten wir eine schöne Zeit voller Entdeckungen und unvergesslicher Erlebnisse in diesem faszinierenden Teil Spaniens. Da es Winter war, war wenig los. Wer also nicht auf heiße Temperaturen aus ist und mit der nächtlichen Kälte klarkommt, sollte Andalusien besser im Winter besuchen.
Camper-Insights Andalusien
- In Andalusien, im Winter, ist Freistehen überhaupt kein Thema (Stand 2022) und wird toleriert. Mit der Park4Night-App haben wir immer Stellplätze gefunden. Im Landesinneren gibt es zahlreiche, kostenlose Stellplätze mit kostenloser Ver- und Entsorgung (ein wirkliche tolles Angebot der Gemeinden).
- Großteils gibt es aber auch extrem günstige Stellplätze (10 Euro/Nacht).
- In Granada haben wir uns etwas außerhalb auf einen kostengünstigen Wohnmobilplatz gestellt und sind mit dem öffentlichen Bus in die Stadt gefahren.
- Generell haben wir in der Nähe der genannten Orte immer einen Platz zum Schlafen mit unserem Wohnmobil gefunden bzw. auch entlang der Küste.
- Spanien ist für Wohmobilisten ein beliebtes Reiseziel, Einsamkeit auf diversen Plätzen darf man sich hier nicht erwarten.
- Ein Vorteil des Winters: Keine Touristenmassen, alles sehr entspannt, die Temperaturen waren halbwegs in Ordnung. Im Landesinneren war es nachts extrem kalt, tagsüber herrschten angenehme 15-20 Grad.
Reiseabenteuer
Kannst du dir vorstellen länger in Andalusien mit den Camper und Baby herumzureisen?
Hier findest du weitere Reiseabenteuer in Spanien:
Unsere Erfahrung von einem Leben im Wohnmobil.
Weitere Abenteuer:
- Dubai: Highlights für einen Stopover mit Kleinkind
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