In Etappen über die Insel.

Wer an Mauritius denkt, denkt vermutlich an schöne Strände und All Inclusive Urlaub im Resort. Doch Mauritius bietet viel mehr und lässt sich gut auf eigene Faust und (fast) ohne Tour erkunden. Die eher kleine Insel eignet sich auch wunderbar für einen Roadtrip mit kleinen Kindern, da die Distanzen überschaubar sind.
Wir waren mit unserer Dreijährigen im Mai 2024 (vor der Hauptreisezeit) für 13 Tage auf Mauritius, mit 4 Unterkünften und 1 kleinen Mietauto. Wir finden, dass Mauritius für Familien nahezu perfekt ist: kaum Zeitverschiebung, tolle Gastfreundschaft, durchaus günstig, wenn man die teuren Resorts meidet, sowie ganz viel Abwechslung und ja, auch wunderschöne Strände.
- La Vanille Nature Park – Wildpark
- Bois Cheri Tea Factory
- Grand Bassin Temple
- Black River Gorges National Park
- Besuch von Chamarel
- Le Morne – Strand
- Tamarind Falls
- Flic en Flac Beach
- Delfinbeobachtung
- Port Louis – Die Hauptstadt
- Mon Choisy Public Beach
- Familienfreundliche Unterkünfte
- Reisetipps
- Fazit
La Vanille Nature Park – Wildpark
Unser Roadtrip ging im Uhrzeigersinn um die Insel und unser erster Stopp war der La Vanille Nature Park bei Riviere des Anguilles, im Süden von Mauritius. In dem Wildpark gibt es, unter anderem, Krokodile, Lemuren, Fische, Streichelgehege, einen kleinen Spielplatz und ein nettes Restaurant. Zudem gibt es das „The Lost Land of the Dodo“ Museum, ein kleiner Bereich, der einige Infos zum Dodo beherbergt – einem flugunfähigen Vogel, der nur auf Mauritius vorkam und wohl bereits im 17. Jahrhundert ausgestorben ist. Die Hauptattraktion des La Vanille Nature Park sind jedoch eindeutig die Aldabra-Riesenschildkröten in einem zugänglichen Freigehege, die man füttern und streicheln darf. Die Schildkröten zählen mit zu den größten ihrer Art und können bis 120 cm groß und 250 kg schwer werden.

Bois Cheri Tea Factory
Die Bois Cheri Tea Factory ist die größte und zugleich älteste Teefabrik auf Mauritius. Eingebettet in idyllisch anmutenden Teeplantagen, kann die Teefabrik mit einer Führung besucht werden (wir haben das ausgelassen). In den Plantagen liegt auf einem Hügel ein nettes Restaurant. Hier gibt es gutes Essen und einen tollen Blick über die Teeplantagen und das Hinterland von Mauritius. Mit etwas Glück kann man auch Wildschweine und Affen sehen, die am Restaurant vorüberziehen.

Grand Bassin Temple
Der Grand Bassin Temple ist eine hinduistische Tempelanlage, die aus mehreren kleinen Tempeln rundum einen See besteht. Dazu gibt es zwei riesige imposanten Statuen, die neben der Straße stehen. Die Anlage ist die größte hinduistische Pilgerstätte außerhalb Indiens und daher ein sehr spiritueller Ort. Jedoch ist die Anlage an sich weder architektonisch, noch historisch von großer Besonderheit. Daher würden wir einen Halt nur empfehlen, wenn du in der Nähe oder dem Hinduismus verbunden bist.

Black River Gorges National Park
Der Black River Gorges National Park ist der größte Nationalpark auf Mauritius und umfasst ein über 60 km² großes Regenwaldgebiet mit einem großen Wanderwegenetz. Ganz ohne Wandern kann man den Gorges Viewpoint ansteuern. Hier hat man einen tollen Panoramaweitblick über den Regenwald und sieht am Horizont das Meer. Ein weiterer lohnenswerter Stopp ist bei den Alexandra Falls. Der Wasserfall ist aber vielleicht gar nicht das Highlight, sondern vielmehr der Weg dorthin. Zunächst führt die Straße und dann die letzten Meter ein gut ausgebauter Weg durch einen märchenhaft anmutenden Wald.


Besuch von Chamarel
Unweit des Orts Chamarel liegen der gleichnamige Wasserfall und die siebenfarbige Erde (kostet Eintritt). Vom Chamarel Waterfall Viewpoint hast du einen guten Blick von der gegenüberliegenden Seite des Wasserfalls und siehst, wie das Wasser über eine Gesteinsbruchkante fast 100 Meter in die Tiefe stürzt.
Für ein großes Aha-Erlebnis hat bei uns die sogenannte siebenfarbige Erde gesorgt („7 Coloured Earth Geopark“). Das Areal beherbergt offenliegendes Lavagestein, das in sieben schillernden Farben erleuchten soll – So die Theorie. Als wir dort ankamen, konnten wir aber nur ein Konglomerat aus braunem Dreck erkennen. Doch dann kam die Sonne raus und das Gestein schillerte tatsächlich in den verschiedensten Farben. Insofern gilt: ein Besuch lohnt sich nur bei gutem Wetter! Bei der siebenfarbigen Erde gibt es für Kinder auch ein kleines Gehege mit Riesenschildkröten.


Le Morne – Strand
Die Halbinsel „Le Morne“ im Südwesten zählt zu den schönsten Orten auf Mauritius. Die weißen Strände, paradiesischen Lagunen und das Wahrzeichen der Insel – der Berg „Le Morne Brabant“ sind tatsächlich etwas ganz besonderes. So besonders, dass sich hier zahlreiche große Hotelketten angesiedelt haben. Es gibt jedoch auch einen öffentlichen Strand, ganz ohne Hotel im Hintergrund. Der Strand ist wirklich schön, der Parkplatz nicht weit und es gibt ein Restaurant und öffentliche Toiletten. Das Wasser ist hier sehr flach, so dass sich auch Familien mit kleinen Kindern und Nichtschwimmer wohlfühlen können. Farbenprächtige Korallenriffe und bunte Fischschwärme ganz in Ufernähe machen Le Morne zudem zu einem kleinen Schnorchelparadies.

Tamarind Falls
Diese Wasserfälle sind insofern ein Highlight, da sie in 7 Stufen in die Tiefe stürzen und dabei Höhenunterschiede von bis zu 45 m überwinden. Die Wasserfälle sind jedoch nur per Wanderung zu erreichen, für die wir einfach zu faul waren. Es gibt aber eine Stelle, von wo man einen guten Blick auf die Wasserfälle erhaschen kann (Google Maps). Auch wenn bei Google Maps etwas von „Viewpoint“ steht, ist es nur eine Stelle auf einem Weg, von wo man die Wasserfälle sieht.

Flic en Flac Beach
Ein weiterer, wunderschöner und auch langläufiger Strand mit leuchtend türkisem Wasser ist der in Flic en Flac. Hier gibt es wieder einen unbebauten öffentlichen Strandabschnitt, der mit über 1,5 km Länge erheblich länger ist, als der in Le Morne. Außerdem gibt es zahlreiche Wagen und Hütten mit Street Food. Besonders zu empfehlen ist das Farata AKA Vinoda, wo es gute und günstige gefüllte Rotis (runde Fladenbrote) gibt. Und wer bis abends bleibt, erlebt einen sehr stimmungsvollen Sonnenuntergang.


Delfinbeobachtung
Auf Mauritius gibt es die Möglichkeit mit Delfinen zu schnorcheln / zu tauchen. Ein guter Startpunkt ist Black River, von wo aus es aufs Meer geht – auf der Suche nach den Delfinen. Es ist aber nicht garantiert, dass sich die Delphine blicken lassen. Wenn aber doch, dann darf man tatsächlich ins Wasser hüpfen und mit den Delfinen schnorcheln, bzw. schwimmen.
Wir haben so eine Tour gemacht, aber würden es nicht noch einmal machen, obwohl das Erlebnis per se toll war! Dazu unser Erfahrungsbericht: Start war in Black River, zeitig in der Früh, vor Sonnenaufgang und noch bevor andere Touren starten. Dann ging es mit dem Boot raus aufs Meer und nach ca. 30 Minuten Fahrt tauchten die Delfine auf, unter ihnen auch ein Baby-Delfin! Wir sind sofort ins Wasser und sind abwechselnd mit den Delfinen geschnorchelt. Unsere Kleine war noch zu klein uns blieb die ganze Zeit im Boot. Das Problem war nur, dass wir nicht lange alleine waren und immer mehr Boote kamen und irgendwann Scharen von Menschen im Wasser schwammen und die Delfine regelrecht verfolgt haben. Während anfangs die Tiere immer wieder auftauchten und ganz nah waren, sind sie irgendwann nur noch am Boden geschwommen und haben zusehend das Weite gesucht.

Port Louis – Die Hauptstadt
Port Louis, die Hauptstadt von Mauritius, ist irgendwie ein zweischneidiges Schwert. Die Stadt ist chaotisch, dreckig, laut und eigentlich nicht schön. Aber es gibt einige Ecken, die überraschend anders sind. Wer z.B. einen authentischen Eindruck von Mauritius haben möchte, muss unbedingt auf den Central Market. Hier kaufen vor allem die Einheimischen ein. An den Ständen türmen sich tropische Früchte und Gemüse, die von den Standbesitzern lauthals feilgeboten werden.
Ein weiteres nettes Areal ist die Caudan Waterfront, die auch wunderbar als Ausgangspunkt für die Erkundung von Port Louis geeignet ist, da es genügend Parkplätze gibt. An der Caudan Waterfront gibt es ein breites Angebot an Souvenirläden und Restaurants. Außerdem ist hier auch das „Blue Penny Museum“ – ein kleines Kunst- und Geschichtsmuseum, wo die Blaue und Rote Mauritius ausgestellt sind. Um die beiden berühmten Briefmarken zu schonen, werden diese aber nur 10 Minuten pro Stunde beleuchtet.
Wenn man in Port Louis ist, sollte man dem „Aapravasi Ghat“ ebenfalls einen Besuch abstatten. Diese UNESCO-Weltkulturerbestätte gehört zu den ältesten noch erhaltenen Einwanderungslagern, wobei nur noch Überreste von drei Steingebäuden des ursprünglichen Lagers stehen. Heute ist der Komplex ein kleines Museum mit kostenlosem Eintritt. Leider hat das Museum gerade zu gemacht, als wir davor standen.


Mon Choisy Public Beach
Diesen Strand fanden wir am schönsten. Ein toller Zufall: unsere Unterkunft war gleich nebenan (Mon Choisy Beach Resort). Der Strand liegt in einer langgezogenen, wunderschönen und ruhigen Bucht. Das Wasser ist seicht, der Sand ganz fein und man kann unter den angrenzenden Bäumen Schatten suchen. Da der Strand so weitläufig ist, ist er überhaupt nicht überlaufen. Zudem kommt der Eiswagen immer mal wieder vorbei, es gibt Street Food Hütten, mindestens eine mobile Massage (und die war wider Erwarten gut) und von hier kann man auch einen Ausflug mit einem Glasboot zum Schnorcheln am Riff machen.

Familienfreundliche Unterkünfte
- Auberge de Saint-Aubin (kleine Unterkunft mit 3 Zimmern und Halbpension im Landesinneren, mit Pool und großem Garten)
- Bois Mapou Self Catering Apartment (mit Pool, in wenigen Minuten erreicht man den Strand mit dem Auto)
- Mon Choisy Beach Resort – Apart’Hotel (unsere beste Empfehlung, liegt am Beach, mit Strand und schöne Zimmer)
- Mythic Suites & Villas (extrem schön, im Landesinneren mit Pool)
- Für alle Unterkünfte gilt: ein Mietauto ist von Vorteil/Muss, da die Supermärkte etwas weiter weg sind.
- Mauritius ist nicht groß (von Nord nach Süd fährt man ca. 2 Stunden). Man könnte daher auch nur eine Unterkunft nehmen und von dort aus Ausflüge machen. Ansonsten wäre auch eine Unterkunft im Norden und eine im Westen denkbar.
Reisetipps
Cafe/Restaurant:
- generell gibt es viele nette Restaurants sowie Street Food Hütten mit lokalen Speisen
- Vanilla Village in Black River (Nähe Bois Mapou Apartment)
- Blond boulette in Tamarin
Generelle Tipps:
- Supermärkte, Einkaufszentren sind überall zu finden, ideal wenn man in Ferienwohnungen übernachtet.
- Mietauto ist extrem praktisch, da sehr flexibel ist (haben wir mit Kindersitz gebucht)
- Die Küste von Mauritius ist gesäumt von Resorts, es gibt aber zahlreiche nette Unterkünfte abseits vom Pauschal-Tourismus
- Bargeld ist wichtig, speziell für die Street Food Stände
- Ein sehr sicheres Land, Armut sieht man vorrangig im Landesinneren
- Mauritius ist sehr kinderfreundlich
- 13 Tage auf Mauritius fanden wir ausreichend
Fazit
Man braucht nicht unbedingt eine dicke Brieftasche um Mauritius zu erkunden. Abseits der luxuriösen Resorts gibt es genügend bezahlbare Unterkünfte. Die Strände in Mauritius sind tatsächlich atemberaubend. Doch Mauritius eignet sich nicht nur für einen Strandurlaub, selbst Naturliebhaber:innen und Abenteurer:innen werden hier fündig. Auch wenn Mauritius sehr touristisch ist (im Landesinneren nicht, aber da gilbt es auch nicht viel zu sehen) und vielleicht etwas überwertet wird, ist es trotzdem ein tolles Reiseziel für Familien.
Warst du schon auf Mauritius?
(Werbung, unbeauftragt, aufgrund von Ortsnennung, Markennennung und Verlinkungen.)
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