
Obwohl die Schweiz ein doch relativ kleines Land ist, gibt es eine unglaubliche Vielfalt: absolut faszinierende Berglandschaften, moderne Städte, tolle Architektur, wunderschöne Seen sowie Flüsse, und natürlich ein nahezu perfektes Öffi-System. Insofern fiel uns die Entscheidung leicht, dass wir mit unserer damals 3-Jährigen im Sommer 2024 mit dem Nachtzug von Wien nach Zürich gefahren sind und die Schweiz für 10 Tage mit Bus und Bahn erkundet haben.
- Zürich mit Kleinkind
- Bern – Erkundung der Hauptstadt
- Thun – perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge
- St. Beatus-Höhlen – Tropfsteinhöhle mit Kleinkind
- Grindelwald – Wanderung zum Bachalpsee & Cliff Walk
- Zermatt & Matterhorn – ein alpines Paradies
- Aletschgletscher – kleiner Rundweg mit Aussichtspunkt
- Reisetipps
- Fazit
Zürich mit Kleinkind
Unser erster Stopp war Zürich, für 2 Tage. Die Zürcher Altstadt lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Wir sind zunächst durch den Stadtteil Niederdorf mit seinen mittelalterlichen Straßen, vorbei am Grossmünster (eine romanische Kirche) und dann hinunter zum Ufer der Zürcher Sees spaziert. Danach ging es über die Quaibrücke, entlang am Limmat-Ufer und durch die Gassen hinauf zum Lindenhof. Hier gibt es eine nette Aussicht, viel Schatten und zwei kleine Spielplätze.
Im Limmat kann man schwimmen und es gibt sogar ein Schwimmbad mit allem Drum und Dran (Schwimmen im Fluss ist in der Schweiz quasi ein Volkssport). Etwas abseits vom Zentrum, aber nicht weniger lohnenswert, ist die Viaduktstraße. In diesem Areal liegt die Markthalle „Im Viadukt“, in den Bögen des Viadukts gibt es stylische Läden und nebenan ist die Josefwiese mit einem tollen Spielplatz und netten Restaurants. Ums Eck befindet sich noch der „Freitag Tower“, der aus übereinander gestapelten Schiffscontainern besteht und den man kostenlos erklimmen kann. Die Aussicht oben ist aber nicht der Knüller, da man vorrangig auf Bahngleise und Industriegebiet schaut.
- Unterkunft: ibis Styles City Center (liegt fußläufig vom Bahnhof entfernt mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis, nettes Restaurant mit Spielecke)
- Cafe: Kleine Freiheit
- Großer Coop Supermarkt direkt beim Bahnhof
- 2 Tage sind für Zürich ausreichend


Bern – Erkundung der Hauptstadt
Von Zürich ging es dann für einen Tag nach Bern, die Hauptstadt der Schweiz. Die absolut beindruckend schöne Altstadt eignet sich perfekt für eine Erkundung zu Fuß. Unser Startpunkt war am Bären Park (ja, hier sind Bären in einem kleine Gehege), von wo wir über die Nydeggbrücke in die Altstadt spaziert sind. Durch die Altstadt selber sind wir im Zickzack und haben dabei die ganzen Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Hinter dem Berner Münster liegt übrigens die Münsterplattform, wo es einen kleinen Spielplatz gibt und man im Schatten der Bäume entspannt verweilen kann.
Wer noch etwas Zeit mitgebracht hat, sollte auch noch in den Rosengarten. Theoretisch kann man hier mit Kindern den ganzen Tag verbringen. Es gibt einen tollen Ausblick auf Bern, einen super Spielplatz und ein Restaurant. Und dann ist da noch ein kleines Highlight für Kinder: den Lese- und Spielpavillon Rosengarten (geöffnet April – Oktober bei guter Witterung). Neben Büchern und Zeitschriften, gibt es auch allerhand Spielsachen zum Ausprobieren.
- Unterkunft: prizeotel Bern-City (Preis Leistung ist top, mit der Reservierung kann man vom Bahnhof mit dem Bus kostenlos direkt zur Unterkunft fahren. Coop Supermarkt und Rosengarten sind gleich neben dem Hotel)
- Ein Tag ist ausreichend

Thun – perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge
Thun, das Tor zum Berner Oberland, gilt als eine der schönsten Städte der Schweiz und ist ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Wallis und die Schweizer Alpen. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch das Wetter, denn hier regnet es oft, da Thun am See und vor den Bergen liegt. Wir haben in Thun übrigens den Luxus gehabt und bei Freunden übernachtet und von dort diverse Ausflüge mit dem Zug unternommen.
Thun selber lässt sich ebenfalls ideal zu Fuß erkunden. Die hübsche Altstadt liegt entlang der Aare, mit ihren alten Holzbrücken und Schleusen (in den Wellen kann man sogar surfen). Am Flussufer gibt es zahlreiche nette Cafés und Restaurants und auch einige Spielplätze. Das historische Zentrum der Stadt bildet das um 1500 erbaute Rathaus und oben auf einem kleinen Hügel thront das Schloss über der spätmittelalterlichen Altstadt.
Wenn das Wetter mitspielt und es tatsächlich warm ist, dann ist ein Besuch im Strandbad Thun Pflicht! Das Strandbad hat einfach alles: ein Restaurant, eine riesige grüne Liegewiese, große Bäume, Spielplatz, Nichtschwimmerbecken, Schwimmerbecken, Sprungtürme, Wasserrutsche und natürlich einen Seezugang. Und das alles ist vor einer absolut atemberaubenden Kulisse mit Thuner See im Vordergrund und den 4.000ern aus Eiger, Mönch und Jungfrau im Hintergrund.
Kleiner Tipp: wer es den Locals gleichmachen will, kann auch mal in die Aare springen. Das geht im Schwäbisbad oder man hüpft von einer der Brücken rein und steigt weiter unten aus. Wir sind bei der Parkhuusbrüggli rein und nach der Allmendbrücke wieder raus (da ist linkerhand eine kleine Bucht mit wenig Strömung und Treppe). Achtung: bitte nur auf eigene Gefahr machen und ohne Kind!


St. Beatus-Höhlen – Tropfsteinhöhle mit Kleinkind
Die St. Beatus-Höhlen sind eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Schweiz – vor allem bei Schlechtwetter. Der Eingang zu diesem Verbund aus Tropfsteinhöhlen liegt am Steilufer des Thuner Sees. Parkplätze sind aufgrund der Lage begrenzt, aber es hält der Bus direkt davor (und der fährt oft). Die Höhlen selber sind über einen ca. 1 km langen Weg begehbar und unterwegs sieht man kleine Innenschluchten, imposante Hallen und sprudelnde Wasserfälle. Da der Weg gut gesichert ist, spricht auch nichts gegen einen Besuch mit Kleinkind.
Info:
- Mit dem Bus sehr gut erreichbar, Haltestelle direkt vorm Eingang
- St. Beatus-Höhlen

Grindelwald – Wanderung zum Bachalpsee & Cliff Walk
Grindelwald ist eigentlich ein kleiner beschaulicher Ort in den Berner Alpen. Jedoch wimmelt es hier nur so von Touristen, denn von hier geht es zu einigen der Top-Sehenswürdigkeiten der Schweiz, wie Jungfraujoch, Eiger, Männlichen, First, Pfingstegg und die Gletscherschlucht. Wir selber haben eine Wanderung zum Bachalpsee gemacht. Von Grindelwald gelangt man mit der Firstbahn auf ca. 2.170 Meter. Oben erwartet einen der Cliff Walk – Europas höchst gelegene Hängebrücke – und ein toller Blick auf die gegenüberliegenden Berge, wobei die Eiger-Nordwand wohl am beeindruckendsten ist.
Von hier oben startet auch der Weg zum Bachalpsee. Für ca. 3 km geht es auf einem breiten Schotterweg gemäßigt bergauf. Der Rückweg führt auf demselben Weg wieder zurück, jedoch hat man jetzt immer das einmalige Bergpanorama im Blick. Die Wanderung ist wirklich einfach und dadurch sehr gut für Kinder geeignet. Den Weg muss man sich aber mit ca. 2 Millionen anderen Touristen teilen.
Info:
- oben bei der Bergstation der Firstbahn gibt es ein nettes Restaurant zum Einkehren
- Wer eine größere Tour gehen möchte, kann vom Bachalpsee noch weiter bis z.B. zum Faulhorn gehen (vom First ca. 2 Stunden Gehzeit)
- Grindelwald Infos

Zermatt & Matterhorn – ein alpines Paradies
Weil es so markant ist, ist das Matterhorn einer der bekannteste Berge der Welt. Um von Schweizer Seite an das Matterhorn zu kommen, muss man nach Zermatt fahren – und das geht ausschließlich mit dem Zug, denn Zermatt ist autofrei.
Zermatt ist ein sehr touristischer Bergort, der von Hotels, Shops, Cafés und Restaurants durchzogen ist. Es ist aber durchaus nett mal durch den Ort zu spazieren. Beim Freizeitzentrum „Obere Matten“, gibt es zudem zwei gute Spielplätze. Von beiden Spielplätzen sieht man auch das Matterhorn, das im Hintergrund über allem thront.
Von Zermatt aus gibt es eine Vielzahl an Ausflugsmöglichkeiten. Eine echtes Juwel ist die 5-Seenweg. Da diese Wanderung aber weit über drei Stunden dauert und uns mit unserer Kleinen zu lang gewesen wäre, haben wir eine kürzere Variante genommen. Von Zermatt sind wir zunächst mit der Sunnegga-Standseilbahn gestartet. Weiter ging es mit der 6er-Gondel bis zur Bergstation Blauherd. Von dort sind wir um den Stellisee und dann zurück zur Sunnegga-Bergstation. Die Runde dauert ca. 1,5 Stunden. Und das beste an dieser Wanderung ist, dass man ab dem Stellisee ständig das Matterhorn im Blick hat.
Info:
- Spielplatz: Direkt in Zermatt sowie direkt bei der Sunnegga-Bergstation


Aletschgletscher – kleiner Rundweg mit Aussichtspunkt
Der Aletschgletscher ist der flächenmäßig größte und mit seinen 22 km zudem der längste Gletscher der Alpen. Um den Aletschgletscher von seiner gesamten Länge zu sehen, eignet sich das Eggishorn besonders gut. Von Fiesch im Rhone-Tal gelangt man mit einer Gondel auf die Fiescheralp und von dort geht es mit einer Seilbahn bis ganz rauf.
Auf dem Eggishorn gibt es einen kleinen Rundweg (ca. 500 m), mit verschiedenen Aussichtspunkten auf den Aletschgletscher. Aber egal an welchem Aussichtspunkt, wir konnten uns nirgends sattsehen. Zum Glück gibt es eine kleine Hütte (Horli-Hitta) mit einer netten Terrasse. Hier kann man nämlich bei einem Getränk und Snack sitzen und nochmal den Blick auf den Gletscher genießen. Der bequemere Weg führt mit der Seilbahn wieder runter. Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit den UNESCO-Höhenweg zum Bettmerhorn zu gehen. Diese Wanderung dauert ca. 3 Stunden und ist eher etwas für Trittsichere und Schwindelfreie.
Info:
- Einkehr bei der Horli-Hitta


Reisetipps
- Herumkommen: mit Zug und Bus optimal, Verbindungen meist aufeinander abgestimmt, pünktlich. In den Doppelstockzügen ist das Kinderabteil mit kleinem Spielplatz ausgestattet.
- Die Schweiz ist teuer, bitte bedenken! Die Supermärkte sind gut sortiert und es gibt Backboxen für den kleinen Hunger – ansonsten ist es empfehlenswert selber zu kochen.
- Bargeld wird nicht benötigt, man kann in der Schweiz alles mit Karte bezahlen.
- Züge und Seilbahnen sind sehr preisintensiv, wir hatten den Swiss Travel Pass. Mit dem gibt es auch Vergünstigungen bei den Seilbahnen, was sich bei mehreren Tagen in den Bergen gelohnt hat.

Fazit
Die Schweiz ist toll. Die Städte sind schön, die Berge faszinierend, die Seen und Flüsse sauber und die Züge und Busse fahren, wann sie sollen. Außerdem wird für Kinder ganz viel geboten und sie sind eigentlich überall willkommen. Klar, es ist alles ziemlich teuer, aber in Österreich und Deutschland ist es mittlerweile auch teuer und die Unterschiede sind gar nicht (mehr) so gravierend. Das einzige, was stören kann, sind die Touristenmassen, die sich an den Touristenmagneten tummeln (vor allem im Sommer). Doch das ist schnell vergessen, wenn der staunende Blick in diese tollen Bergwelten abgleitet.
Warst du schon in der Schweiz und hast weitere Tipps?
(Werbung, unbeauftragt, aufgrund von Ortsnennung, Markennennung und Verlinkungen.)
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