Griechenland: Einmal um die Halbinsel Peloponnes mit Kind und Camper – 12 Empfehlungen.
Gewaltige Berge, endlose Strände, unberührte Natur sowie der geschichtsreichste Teil von Griechenland erwarten dich auf Peloponnes. Perfekt mit Wohnmobil und Kind.

Zum Start unserer einjährigen Europareise hatten wir Griechenland überhaupt nicht am Plan. Als wir aber im September noch im Norden herumgurkten, das warme Wetter sich so langsam verabschiedete und wir noch bis Ende November Zeit hatten, war klar: ab nach Griechenland. Kalimera!
- Kurz und knackig
- Erst mal Urlaub – Ionion Beach Camping
- Olympia – eine Reise in die Antike
- Elea Beach – mit Wohnmobil spannend
- Kalamata
- Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou
- Dimitrios Schiffswrack bei Cynthia
- Mystras
- Kloster Elona & Kloster von Syntzas
- Nafplio
- Antikes Theater Epidauros
- Kanal von Korinth sowie das antike Korinth
- Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavryta – durch die Vouraikos Schlucht
- Fazit
Kurz und knackig
- Mein Tipp: wer nicht mit dem Camper unterwegs ist: nach Athen fliegen und Auto ausleihen. In 2-3 Wochen bekommt man einen guten Einblick von Peloponnes.
- Unser Lieblingsland im Süden unserer einjährigen Reise.
- Unser Reisezeitraum: Mitte Oktober bis Ende November 2022 – 6 Wochen.
- Anreise: Wir sind über den Landweg mit dem Wohnmobil angereist.
- Rückreise: Mit der Fähre von Patras nach Venedig (Fähre bald buchen).
- In der Hauptsaison gibt es die Möglichkeit auf der Fähre „Camping on board“ zu buchen. In der Nebensaison muss man in einer Kabine schlafen.
- Freddo Cappuccino: kalter Kaffee mit Eiswürfeln und Schaum – ein Gedicht.
- Mehr als 3000 Inseln – eines der inselreichsten Länder. Bewohnt sind davon allerdings nur 180.
- Eines der sonnigsten Länder Europas (hilft vielleicht bei der Urlaubsentscheidung).
- Tipp für Olivenöl-Einkauf: Wir sind zu einem lokalen Abfüllbetrieb gefahren und haben ganz frisches Olivenöl bekommen.
Erst mal Urlaub – Ionion Beach Camping
Die Fahrt war doch etwas anstrengend: durch Kroatien, Montenegro und im strömenden Regen durch Albanien. Wir haben zwar überall Zwischenstopps eingelegt, aber in Griechenland angekommen, waren wir doch etwas platt. Darum haben wir einfach mal Urlaub vom Reisen gemacht und 2 Wochen auf einem sehr netten, familienfreundlichen Campingplatz verbracht. Für Wohnmobilisten, die fast nur freistehen, wirklicher Luxus: Duschen, Essen gehen, Strand und sogar ein Pool vor der Tür. In der Nebensaison war der Platz nicht überfüllt und absolut erschwinglich. Zeit für uns auch unseren Carlos (das Wohnmobil) einem ausgedehnten Pflegeprogramm zu unterziehen und ihn durchzuputzen. Hier verbrachten wir im Oktober 2 Wochen bei angenehmen Badetemperaturen.
Aber jetzt zu unseren Highlights von Peloponnes:
Olympia – eine Reise in die Antike
Olympia befindet sich im Nordwesten der griechischen Halbinsel Peloponnes im Landesinneren. Dort befindet sich der einstige Austragungsort der Olympischen Spiele. Ja, es waren die Griechen, die die Olympischen Spiele erfunden haben. Die Anlage stammt aus der Antike, seit 1989 gehört die archäologische Stätte zum UNESCO Weltkulturerbe. Ein Tagesausflug lohnt sich auf jeden Fall auch mit Kleinkind. Bald in der Früh starten, um noch vor den Touristenbussen anzukommen, auch Ende Oktober war hier viel los. Man kann auch das Museum mit demselben Ticket besuchen, das haben wir aber ausgelassen und sind mit der Kleinen über die Anlage gedüst.

Elea Beach – mit Wohnmobil spannend
Elea Beach ist mit dem Wohnmobil ein Highlight. Freistehen direkt am Strand. Im November war hier wenig los und daher sehr entspannt. Hier fährt sogar in der Früh der Bäcker vorbei, nachmittags kommt mal der Olivenverkäufer und hin und wieder findet man frisches Obst- und Gemüse zum Kaufen. Der Strand ist mit Kleinkind total schön, weitläufig, sandig.

Kalamata
Eine charmante Stadt am Fuße der Bergwelt Taygetos. Die Stadt ist bekannt für den weltweiten Oliven-Export. Hier findest du ein breites Angebot an gastronomischen Einrichtungen. Wir hatten leider einen Regentag und haben daher die Stadt viel zu wenig erkundet. Ein Besuch können wir aber trotzdem empfehlen. Speziell der lokale Markt, welcher etwas Abseits des historischen Stadtzentrums zu finden ist, ist ein Highlight. Ein buntes Treiben, reichliches Angebot. Wir haben uns mit Oliven, Erdnussbutter und Feigenmarmelade eingedeckt.

Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou
Etwas südlich von Kalamata, auf der Mani Halbinsel, nahe von dem kleinen süßen Ort Areopoli befindet sich die Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou. Die Höhle ist 15.400 m lang und somit die größte bekannte Höhlenformation Griechenlands. Man kann hier eine geführte Bootstour von 30 Minuten mit gondelähnlichen Booten machen. Durch labyrinthartige Höhlenarme wird das Boot von einem Bootsführer gesteuert.
Mit unserer Kleinen, die zum Zeitpunkt etwas über 1 Jahr war, ging das halbwegs gut, viele Kekse mussten her. Der Strand nebenan, ist zum Freistehen ideal, aber zum Baden mit Kindern nicht gut geeignet, die Steine sind mega groß – daher wird er auch Dinosauriereierstand genannt.

Dimitrios Schiffswrack bei Cynthia
In der Nähe vom Ort Cynthia, am Valtaki Beach befindet sich das berühmte Dimitrios Schiffswrack. Schon bei der Anfahrt kann man einen Blick auf das große gestrandete Schiff erhaschen, welches an einem kilometerlangen Sandstrand steht. Parkplatz ist vorhanden, gerne besucht von Campern. Das Wrack ist 66,7 m lang, 10m breit und konnte 1200t transportieren, um eine Vorstellung von der Größe zu bekommen.


Mystras
Hier gibt es Architektur des 14. und 15. Jahrhunderts. Mystras war eine byzantinische Stadt mit einst 20.000 Einwohnern, an einem 280m hohen Berg gelegen. Die Überreste der Stadt geben einen Einblick, welche Hochkultur hier mal beheimatet war. Monumentale Tore, mittelalterliche Häuser und Paläste, sowie Kirchen lassen einen in ein anderes Zeitalter eintauchen. Wir sind mit unserer Kleinen in der Kraxe herumgewandert. An einem frühen Novembermorgen waren wir so ziemlich die Einzigen hier.


Kloster Elona & Kloster von Syntzas
Das Kloster Elena ist ein griechisch-orthodoxes Kloster, in der Nähe vom Klettermekka um Leonidi. Das Kloster wurde in luftiger Höhe an den steilen Felsen gebaut. Leider war bei unserem Besuch keiner zuhause, der uns hineingelassen hätte. Ein Besuch fände ich extrem spannend. Den Gerüchten zufolge, wohnen hier noch 4 Nonnen.
Ein weiteres spannendes Kloster erreicht man über eine Wanderung – das Kloster Syntzas. Start der Wanderung ist direkt in Leonidi. Hier wohnte 2022 wohl nur noch eine Nonne.

Nafplio
Ein charmantes Städtchen – wohl die schönste Stadt Griechenlands. Nafplio war die erste Hauptstadt Griechenlands. Über Nafplio thront majestätisch die Festung Palamidi, unterhalb vom Felsen befindet sich die romantische Altstadt. Verwinkelte, labyrinthartige Straßen sowie eine außergewöhnliche Atmosphäre findest du hier. Man kann sich durch die verwinkelten Gassen treiben lassen und die zahlreichen Cafés und Restaurants erkunden. 999 Stufen führen zur Festung hinauf, von wo man einen herrlichen Blick auf die Bucht und Stadt hat. Ich liebe ja lokale Märkte, drum haben wir uns wieder ins Markttreiben hineingestürzt.

Antikes Theater Epidauros
Eingebettet in einer bewaldeten Landschaft findet man das Theater Epidauros. Es gilt als das perfekteste Amphitheater aus der Antike – architektonisch und vor allem von seiner Akustik. Man sagt, man könne eine Münze im Zentrum des Theaters auf den Boden fallen lassen und würde dies bis in die hintersten Reihen hören. Suche dir einen Platz zum Hinsetzen und genieße diese einzigartige Stätte. Im Sommer finden hier auch diverse Veranstaltungen statt.

Kanal von Korinth sowie das antike Korinth
Der Kanal von Korinth ist die Trennlinie zwischen dem griechischen Festland und der Halbinsel Peloponnes, mit einer Länge von 6,3 Kilometer und 24m Breite. Auf einer Brücke kann man den Kanal zu Fuß überqueren, dabei blickt man auf eine 75 Meter tiefe Schlucht hinab – ein sehr beeindruckender Ausblick.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die Ruinenstadt des antiken Korinth. Hier gibt es eine archäologische Stätte und auf einem 575m hohen Berg, die Burg „Akrokorinth“. Zur Festung geht ein Straße, eine Wanderung durch die Olivenhaine ist jedoch eine tolle Möglichkeit, um die schöne Landschaft rundherum zu bewundern. Oben ist ein Streifzug durch die Burg ein Muss und man wird mit einem herrlichen Ausblick belohnt.

Zahnradbahn von Diakopto nach Kalavryta – durch die Vouraikos Schlucht
Seit über 120 Jahren fährt das „schönste öffentliche Verkehrsmittel“ von Diakopto in das Bergdorf Kalavryta. Eine Stunde beträgt die Fahrtzeit durch die beeindruckende Vouraikos Schlucht. Auf der ca. 22 km langen Strecke überwindet die Bahn teilweise ein Gefälle von 10 %. Man hängt eigentlich nur am Fenster und staunt über die einzigartige Landschaft. Die Bahn schlängelt sich an der Wand der Schlucht entlang. Es gibt auch die Möglichkeit die Strecke zu wandern. Im Bergdorf Kalavryta hatten wir 3 Stunden Zeit, bis es wieder zurück ging. Im Dorf gibt es in der alten Grundschule ein Museum zum Massaker von Kalavryta – denn 1943 ermordeten hier Wehrmachtssoldaten alle Männer. Seit diesem Tag steht auch die Kirchturmuhr still und zeigt jeher 13:34 Uhr an.


Fazit
Peloponnes ist mit Wohnmobil und Kleinkind optimal zu bereisen. Es gibt zahlreiche Freistehplätze und Wohnmobile/Vans werden noch gerne gesehen bzw. ist Peloponnes noch nicht überfüllt. Optimal in der Nebensaison. Entlang der Küste finden sich immer wieder nette Badeplätze für einen kurzen Zwischenstopp. Die Griechen sind zudem super kinderlieb. Peloponnes hat extrem viel Geschichte zu bieten, die fesselnd und zugleich lehrreich ist. Wir haben in den 6 Wochen nur einen Bruchteil von dem gesehen, was es auf der Halbinsel zu entdecken gibt.
Warst du schon auf Peloponnes?
Willst du mehr Abenteuer in Griechenland erleben? Dann können wir Kreta wärmstens empfehlen.
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